3. Filmerbe-Festival

 2026 QUEER SW Flyer

 

Donnerstag
26.11.2026

Schellack & Sprizz
18:00 Uhr

Aimée & Jaguar
19:00 Uhr
Vorfilm: Arondeus Widerstand

Eröffnung & Begrüßung:
Noosha Aubel (Oberbürgermeisterin Landeshauptstadt Potsdam)
Dr. Michael Fürst (Direktor des Filmmuseum Potsdam) 

 

Freitag
27.11.2026

Paragraph 175
18:00 Uhr

Männer, Helden, schwule Nazis
20:00 Uhr

 

Sonnabend
28.11.2016

Fanfaren der Liebe
18:00 Uhr
Vorfilm: Die moderne Jungfrau von Orléans

Mädchen in Uniform
20:00 Uhr

 

Sonntag
29.11.2016

Anders als Du und ich
17:00 Uhr

Zarah 47
19:00 Uhr

 

 

3. Filmerbe-Festival "Als QUEER schwarz-weiß war"
Eine Veranstaltung von Katte e. V. in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam

Queere Filmgeschichte, historisch weitererzählen. Vom Nationalsozialismus in die 1950er Jahre. Die 3. Auflage des Filmerbefestivals "Als QUEER schwarz - weiß war" möchte sich in diesem Jahr  der Entwicklung der Perspektiven und Erzählungen auf das "Anderssein" im Kino des untergehenden NS-Staates und der frühen Bundesrepublik widmen. Gab es Gleichheiten, Übergänge, Änderungen für Homosexuelle zwischen der Diktatur der Nationalsozialisten und der Bundesrepublik der 1950er Jahre?

Veranstaltungsort ist das Potsdamer Filmmuseum. Mit seiner national und international anerkannten Expertise über deutsche und europäische Filmhistorie hat diese Institution eine hohe Anziehungskraft für Filminteressierte und Gäste der Landeshauptstadt und UNESCO Creative of Film Potsdam.

Die deutsche Filmgeschichte ist ohne Queerness nicht vollständig. Seien es die Schauspieler:innen, die gängige Geschlechterklischees schon in den Anfängen des Films in Frage stellten, wie Asta Nielsen, Hubert von Meyerinck oder Marlene Dietrich. Auch die Normativität von Heterosexualität wird frühzeitig thematisiert. Mit Filmen, wie "Michael" (Deutschland 1924) oder "Anders als die Anderen" (Deutschland, 1919) werden vor einem breiten Publikum die Auswirkungen der Nicht-Akzeptanz des "Andersseins" und die staatliche Verfolgung aufgrund des Paragraphen 175 künstlerisch eindrucksvoll in Szene gesetzt. 

Der Filmstandort Potsdam sowie die Stadt selbst spielen bei "queeren" Filmstoffen eine große Rolle. Der Klassiker "Mädchen in Uniform", der mehrmals verfilmt wurde, ist dafür ein gutes Beispiel. Der letzte Film der DEFA ist "Coming out". Heiner Carows Spielfilm war der erste Film, der in der DDRdas Thema Homosexualität aufgriff. Seine Premiere feierte er in der nacht des 9. November 1989. 

Mit dem Filmerbe-Festival "Als QUEER schwarz-weiß war" wollen die Kooperationspartner Filmmuseum Potsdam und der Verein Katte sowie der Verein Queerscope, der bundesweit queere Filmfestivals als Dachverband vernetzt, einen historischen Blickwinkel hinzufügen. Das Konzept eines queeren Filmerbe-Festivals ist in der Bundesrepublik einmalig.

Heutige gesellschaftliche Auseinandersetzungen können im Rückspiegel der letzten Jahrzehnte besser als Grenzüberschreitung erkannt und benannt werden. Das Erwirken europäischer Grundrechte kann als ein wichtiger Fortschritt für das Individuum und die Gesamtgesellschaft gleichermaßen definiert werden. das Festival ist als Einladung an queere und nicht-queere Zuschauergruppen gedacht, auch um die Hilfe des Mediums Film und den dazugehörenden Vermittlungsangeboten über die gemeinsamen Vorteile einer offenen und inklusiven Stadt-Gesellschaft in der Gegenwart zu reflektieren.

Die dritte Ausgabe des Filmerbe-Festivals beschreibt mit dem Film "Aimée und Jaguar" die Lebenswege lesbischer Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus, um dann mit dem Film "Mädchen in Uniform" den Blick der frühen Bundesrepublik auf das Thema lesbisches Begehren einzunehmen.

Homosexuelle Männer wurden in Deutschland 123 Jahre lang über den Paragraphen 175 staatlichen Repressionen und Verfolgung ausgesetzt. Mit den Filmen "Anders als Du und ich" (D 1957) und  "Paragraph 175" (USA 2000) macht das Filmerbe-Festival die unterschiedlichen Bewertungen, Perspektiven und gesellschaftlichen Sachstände dieses dunklen Kapitels deutscher Geschichte deutlich. 

Das Filmerbe-Festival lädt dazu ein, die verdeckten Codes der Homosexualität in den Zeiten des Nationalsozialismus und in der Zeit der frühen Bundesrepublik zu entschlüsseln. Dafür zeigt das Festival den Film "Fanfaren der Liebe" (D 1951), der später unter dem Titel "Manche mögen's heiß" (USA 1959) erneut verfilmt und weltberühmt wurde. Um das Thema Crossdressing  zu vertiefen, zeigt das Filmmuseum das 1-Personen-Bühnenstück "Zarah 47". Hier geht es um Zarah Leander, eine der größten Ikonen der deutsch-deutschen Schwulenbewegung.

Mit dem viertägigen Filmerbe-Festival "Als QUEER schwarz-weiß war" würdigen wir eine Bandbreite des Filmschaffens verschiedener Genres und Dekaden. Die Filmauswahl des Filmerbefestivals fördert das Verständnis von queerem Leben über zeitliche Perioden und deren gesellschaftliche Bedingungen hinweg und skizziert die jeweiligen Möglichkeiten des Einzelnen zur Veränderung.

 

 

 

 

Filmmuseum Potsdam

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